Das alles lief ungefähr so ab: Da bekommt man 3 Fragebogen zum Ausfüllen für die Immigration nach Perú, die fertig sein müssen, wenn man an der Grenze ankommt. Dort müssen dann alle aussteigen, und mit ihrem Reisepass in die Auswanderungsbehörde von Bolivien, um sich dort kontrollieren zu lassen, und die Bestätigung zu erlangen, dass man aus Bolivien ausreist. Dieser Vorgang dauert bei einem vollen bus ungefähr 1 Stunde. Von dort geht's dann zu Fuß (!) über die Grenze, da es in Fahrzeugen nicht erlaubt ist.
Und nun das Beste: Auf peruanischer Seite angelangt, muss man erneut in die nun peruanische Behörde, um sich dort bestätigen zu lassen, dass man nach Perú einreist. Was soll man denn sonst machen, nachdem man ausgereist ist? Auf dem Grenzstreifen zelten gehen,oder was?.. Das Ding ist halt einfach, das Perú und Bolivien jeder ihr eigenes Ding durchziehen, und nicht zusammenarbeiten und Infos austauschen, sodass man sich quasi in beiden Ländern melden muss. Mega ätzend, das hat dann nochmal 'ne Stunde in Anspruch genommen.
Im Endeffekt kann man nur sagen: Ein Hoch auf die EU und ihre einfachen Grenzübergänge. Hier in Südamerika fühlt man sich ja wie beim Grenzwechsel von der DDR zur BRD.. - nur ohne die Selbstschussanlagen. :-/
Auch optisch gibt es hier etwas Interessantes zu erwähnen, so konnte man hier direkt erkennen, das Perú einfach reicher als das arme Bolivien ist, da die Straße z.B. genau ab dem Grenzstreifen asphaltiert war, vorher aber noch matschig und wenn überhaupt gepflastert war. Und auch wenn man die beiden Behördengebäude vergleichte, fiel der Modernitätsunterschied stark auf.
Naja, morgens kamen wir dann irgendwann todmüde und fertig mit den Nerven - nicht das erste Mal.. ähem - in Puno an, von wo aus wir erstmal zu Fuss zum Hotel durchgeschlagen haben, denn in Perú, das wurde uns in La Paz mehrfach eingebläut - ist's teuer! Worte wie "superhipercaro" waren da keine Seltenheit.. So war übrigens für mich und Philina erstmal sparen angesagt, was sich in einem Abendessen aus Brötchen mit Kombination von Bananen gezeigt hat. Die anderen haben dagegen erstmal ordentlich zugeschlagen und sich mit der Spezialität Perús begnügt: Meerschweinchen.
Auf jeden Fall kam man dann auch im Hotel an - was in der Partymeile der Stadt lag und welches so leider auch nachts musikalisch voll ausgestattet war: Mit wummernden Bässen und nerviger Party-Mainstream-Musik.
Naja, am morgen ging's dann mit Rhytmus, aber ohne Schlaf früh um 6 aus dem Bett, denn man sollte eine Bootstour über den Titicaca-See machen, erst zu den "schwimmenden", dann zu einer tatsächlichen Insel.
Nach einer zweistündigen Bootsfahrt mit einer Reihe böser Blicke aller anderen wegen ungewollter Lachkrämpfe dank unseres Führers und dessen TI-TI-CAAAAA-CAAAAA-Betonung, kamen wir dann bei den eigentlich wunderschönen "schwimmenden Inseln" an. Warum eigentlich? Naja, ich fand's echt schrecklich, doch um das jetzt zu erklären zu können muss ich erstmal beschreiben, was die "schwimmenden Inseln" überhaupt sind. Im Endeffekt handelt es sich um im Durchmesser 15m- große, kreisförmige schwimmende Schilfinseln, die im Tiefwasser des Sees (bis zu 13m) mit natürlichen "Seilen" und langen Ästen befestigt werden. Auf einer dieser Inseln leben dann so durchschnittlich drei Familien in kleinen Schilfbehausungen, und leben nur von Touristen, die kommen, und dort selbsthergestellte Souvenirs kaufen. Das Problem an sich: Auf diese 15m-Insel werden dann in einem 40 Touristen gelassen, die die sowieso kaum vorhandene Privatsphäre der Inselbewohner komplett zerstören, die müssen sich fühlen wie im Zoo! Und diese Touristenladungen sind den kompletten Tag dort, nicht nur ein paar Mal..
Trotzdem, abgesehen von den Touristen (welche wir ja auch selbst waren..) waren die Inseln von der Architektur echt beeindruckend. Zudem haben wir dort noch eine kleine, zusätzlich zu bezahlende Rundfahrt mit einem Schilfkanu auf dem Titicaca-See gemacht - eine echte Erfahrung!
Von den Inseln ging es dann weiter zu einer anderen Insel, die zu einer der Diktaturzeiten Perús als Gefängnis für politische Gegner und unliebsame Bürger diente. Heutzutage jedoch erkennt man dort kein Gefängnis mehr, dafür jedoch eine nun schon länger anhaltende Tradition. So tragen alle Menschen dort eine bestimmte Tracht mit Symbolen und verschiedenen Farben, die einem auf dem ersten Blick zeigen, ob diese zum Beispiel verheiratet, ledig oder verwitwet sind. Auch erkennt man, ob die Person etwas zu sagen hat oder nur ein einfacher Bauer ist. Nach ungefähr 1 Stunde Aufenthalt mussten wir dann aber schnell wieder los, da ein nahendes Unwetter uns überraschte, und uns eine etwas unruhigere Fahrt zurück zum Hafen Punos bot.
Dort ging es dann abends relativ müde früh in's Bett, denn man sollte ja am nächsten Morgen in Richtung Cusco losfahren - und damit immer mehr in Richtung unseres eigentlichen Zieles: Machu Picchu!
Doch davon erfahren wir wiederum erst im nächsten Post! :-)
Und die Bilder.. mal wieder..
________________________________________________________________________
| Hinter der Grenze nach Perú |
| Beim rausfahren auf den See.. |
| ...und angekommen bei den "Schwimmenden Inseln" |
| .. immer diese Touristen.. |
| Gruppenfoto vor'm Schilfboot |
| ...und ein letztes Mal die Insel bei der Abfahrt. |
| Auch wenn das Aussehen des Wassers zum Baden einlädt - es ist saukalt!! |
| die ehemalige Gefängnisinsel |
| Nur knapp 10000km nach Deutschland, das geht doch klar ;-) |
| Heranziehendes Unwetter.. |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen